Radfahrende Menschen werden ausgebremst

Deutschland ist ein Land der Fahrräder. Fast jeder hat im Laufe seines Lebens zumindest eines besessen. Doch wer mit einem Defekt in die Werkstatt muss, braucht oft Geduld. Probleme bei der Reparatur und der Wartung führen dazu, dass viele Menschen seltener oder gar nicht mehr Fahrrad fahren. Wer zeitnah keinen Service bekommt, versucht das Fahrrad selbst zu reparieren oder greift stärker auf andere Verkehrsmittel zurück. Die Wartung des Fahrrades ist somit ein bedeutender Moment: Sie entscheidet darüber, ob Menschen beim Radfahren bleiben oder sich abwenden.
Hierfür sieht der Verbund Service und Fahrrad (VSF) mehrere strukturelle Ursachen: Zwar würden in Deutschland rund vier Millionen Fahrräder pro Jahr verkauft, ein großer Teil entfalle jedoch auf wenige große Anbieter, die vielfach nicht die notwendigen Servicekapazitäten vorhielten, die der hohen Zahl verkaufter Räder entsprächen. Kleinere und mittlere Fachhändler würden einen Teil dieses Defizits auffangen, könnten dies aber ohne entsprechende Erlöse aus dem Verkauf nicht vollständig kompensieren. Hinzu komme ein Mangel an ausgebildeten Fachkräften in den Werkstätten. Der Werkstattservice sei stark saisonal geprägt, im Frühjahr und Sommer stoßen viele Betriebe an ihre Belastungsgrenzen, während in den Wintermonaten Kapazitäten vorhanden sind, die sich nur begrenzt ausgleichen lassen. Außerdem seien viele Aufträge klein, kurzfristig und mit nicht abrechenbarem Zusatzaufwand verbunden, etwa bei der Ersatzteilbeschaffung. Die VSF- Empfehlung lautet: Fahrräder dort zu kaufen, wo auch ein verlässlicher Werkstattservice angeboten wird.

(Quellen u.a. aus der ADAC-Reiseanalyse 2025 und Shimano-Studie “State oft he Nation”) 
 

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