Lippischer Heimatbund - Ortsverein Oerlinghausen

Er war das Geschichtsbuch Oerlinghausens

Werner Höltke ist gestorben

Oerlinghausen. Werner Höltke ist tot. Nach kurzer Krankheit verstarb der Oerlinghauser Heimatexperte nur wenige Tage nach seinem 97. Geburtstag – immer noch geistig frisch und voller Tatendrang in der Beschäftigung mit der Heimatgeschichte der Bergstadt. „Werner war das lebende Geschichtsbuch Oerlinghausens“, sagt Bürgermeister Peter Heepmann, wenn er über Werner Höltkes Bedeutung für Oerlinghausen spricht. „Was immer man auch über unsere städtische Vergangenheit wissen wollte  - ein Anruf bei ihm, und zumeist konnte er schon nach kurzer Zeit präzise Auskunft geben.“

Bis vor einigen Monaten noch berichtete Werner Höltke bei den Veranstaltungen des Heimatvereins über Geschichte und Geschichten, über Tönsbergwege und Tweten, über Sennesand und Schopkestrand.  Oft gab er auch Auskunft, wenn Menschen aus aller Welt nach Vorfahren und Häusern in Alt-Oerlinghausen forschten und sich an die Stadtverwaltung wandten. 

Eigentlich wäre Werner Höltke gerne Lehrer geworden. Schon in Jugendjahren begeisterte er sich für Geschichte und auch heimatkundliches Wissen. Er hörte bei den Erzählungen seiner Großeltern und Eltern genau zu und hielt vieles in seinen Tagebüchern fest. Doch es ging ihm wie vielen anderen Jugendlichen jener Zeit: der Krieg und die schwierigen Nachkriegsjahre machten ihm einen dicken Strich durch die Rechnung. So erlernte er notwendigerweise den Beruf des Heizungsbauers, doch im privaten Bereich begann er, sich intensiv mit der Heimatgeschichte zu befassen. Er sammelte zahllose Fotos aus Alt-Oerlinghausen, und er archivierte Ansichtskarten der Bergstadt. „Weit mehr als 1.000 Bilder sind in meinem Archiv“, sagte er einmal. 

Da blieben Ehrungen und öffentliche Anerkennungen natürlich nicht aus. Im Jahre 2004 erhielt Werner Höltke den Horst-Steinkühler-Preis. Die Lippische Rose in Silber des Lippischen Heimatbundes überreichte man ihm für seine Verdienste um die Heimatgeschichte. Und Ehrenvorsitzender des Oerlinghauser Heimatvereins war er längst. Auch die Geschichtsvereine anderer Orte, wie die in Leopoldshöhe oder Ubbedissen schätzten sein Fachwissen und luden Werner Höltke immer wieder zu Vorträgen ein. Und häufig unterhielt er in früheren Zeiten die Bewohner des Altenheims mit Geschichten aus der alten Bergstadt. Fünf reich bebilderte Bücher über Alt-Oerlinghausen hatte er herausgebracht. Weiterhin einen Band über die Oerlinghauser Stiegen und Gassen, die sogenannten Tweten. 

Erst kürzlich aber – wenige Monate vor seinem Lebensende  - erhielt er eine Würdigung, über die er sich am meisten freute: der Heimatverein verlieh ihm als Ehrenpreis einen Pokal mit der „Auszeichnung für sein Lebenswerk“. Nicht nur seine Kinder und ihre Familien, sondern auch der Heimatverein und viele Freunde und Bekannte trauern um Werner Höltke.

 

 

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