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Erfolreiche Tagung zu ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecken und Klimawandel

Am Samstag den 5. November haben die Naturschutzverbände aus NRW und Niedersachsen in Minden die Klimaaspekte von ICE Hochgeschwindigkeitsstrecken thematisiert.
Es gab die Möglichkeit in einem Livestream teilzunehmen oder die Tagung im Nachhinein zu erleben.

Wer die Tagung gerne selber noch einmal sehen möchte, kann diesen Link zur Tagungsaufzeichnung nutzen.

Die Powerpoint-Präsentation zur Tagung steht hier ebenfalls zum Nachverfolgen bereit.

Einige Fotoimpressionen sehen Sie auf der BUND Bielefeld-Homepage.

Ein erster Pressebericht der Schaumburg-Lippischen Landes-Zeitung für Bückeburg und Umgebung ist hier zu sehen.

Neben Personen aus den Naturschutzverbänden waren interessierte Bürger/innen und Politiker aus Bund und Land vertreten.

 

Fachtagung zum Thema "ICE Hochgeschwindigkeitsstrecken und Klimawandel - Anspruch und Wirklichkeit. Wie klimafreundlich ist die geplante ICE Ausbau-/Neubaustrecke Hannover- Bielefeld?"

am 5.11.2022 veranstaltet die Arbeitsgemeinschaft der Naturschutzverbände in Ostwestfalen-Lippe und Niedersachsen mit dem Lippischen Heimatbund im Preußenmuseum in Minden eine Fachtagung zum Thema
"ICE Hochgeschwindigkeitsstrecken und Klimawandel - Anspruch und Wirklichkeit. Wie klimafreundlich ist die geplante ICE Ausbau-/Neubaustrecke Hannover- Bielefeld?"
 
Zu dieser Tagung laden wir Sie ganz herzlich ein.
 
Die ICE Strecke von Köln über Bielefeld, Minden, Hannover nach Berlin ist eine der wichtigsten Strecken im deutschen Schienennetz. Um wenige Minuten an Fahrtzeit einzusparen, wird aktuell ein Aus- oder Neubau des Abschnitts zwischen Hannover und Bielefeld geplant, der Geschwindigkeiten von bis zu 300 km/h ermöglichen soll. Der Bau und Betrieb einer solchen Hochgeschwindigkeitsstrecke wäre neben den erheblichen Eingriffen in Natur und Landschaft mit einem massiven CO2 Ausstoß verbunden. Angesichts des bereits deutlich spürbaren Klimawandels stellt sich die Frage, ob eine solche Planung noch zeitgemäß ist.
 
Was müsste getan werden, um einen zuverlässigen, klimagerechten und angemessen schnellen Bahnverkehr zu erreichen, der die Bürgerinnen und Bürger bewegt, auf die Bahn umzusteigen? Die Frage, ob eine Neubaustrecke durch das Weserbergland die richtige Antwort auf die gesellschaftlichen Fragen ist, oder ob der Ausbau im Bestand die sinnvollere, klimagerechte Alternative ist, soll auf der Tagung diskutiert werden.

Lesen Sie alle Details zur Tagung und das Programm im Tagungsflyer.

Tagungsort:
Ständersaal im Preußenmuseum, Simeonsplatz 12, 32427 Minden

Anmeldung:
bis zum 2. November 2022, bei NABU Minden-Lübbecke, kontakt(at)moorhus.eu, Tel. 05741/ 2 40 95 05, Stichwort »ICE Tagung«

Tagungsbeitrag:
Imbiss- und Getränke € 10,–
Konto: NABU Minden-Lübbecke, DE57 4905 0101 0040 5546 36, Verwendungszweck »ICE-Tagung«

 

 

Ein Ausflug in die Geschichte und die Gegenwart unserer Lippischen Bergheiden von Teutoburger Wald und Eggegebirge

Wir alle wissen um die Bedrohung der Artenvielfalt.
Von Verlusten besonders betroffen sind Artengemeinschaften kärgster Lebensräume, zu denen Zwergstrauchheiden und Wacholderheiden zählen.
Es sind faszinierende Landschaften, die mit ihrer Weite und Andersartigkeit den Betrachter in ihren Bann ziehen, insbesondere wenn sich die Heideflächen im Spätsommer lila färben oder der Nebel eines Herbstmorgens aus alten Wacholdern unheimliche Gestalten zaubert. Schnell stellt sich dabei der Eindruck einer „unberührten Natur“ ein, die es vor den Zugriffen des Menschen zu bewahren gilt.

Heiden als Relikte historischer Kulturlandschaft
Doch täusche man sich nicht!
Heiden sind keine Naturräume, sondern Sonderstandorte, die aus dem Wirken und Wirtschaften des Menschen, ja aus der Übernutzung entstanden sind. Sie zeugen als Kulturlandschaftsrelikte von Zeiten größter Armut, Not und harter Arbeit, die die Bevölkerung zwang, jegliche Ressourcen der Natur zur
Sicherung ihres Lebensunterhaltes zu nutzen.
Insbesondere die Wälder der Senne und des Osningzuges (Teutoburger Wald mit Eggegebirge) stellten eine intensiv genutzte Nahrungs-, Rohstoff- und Energiequelle dar:
So war in historischer Zeit ein massiver Einschlag für Bauholz, Werkholz (Wagen, Transportschlitten, Fässer, Kübel, Gerätschaften, Zäune, Schindeln, Fackeln etc.) notwendig. Holzkohlemeiler, Ziegelbrand und Kalköfen verschlangen riesige Mengen an Holz. Junge Eichen wurden geschält, um die gerbstoffhaltige Rinde zur Herstellung von Leder zu nutzen.
Doch damit nicht genug. Von Frühjahr bis Herbst trieb man Herden aus Rindern, Schafen, Ziegen und Schweinen zur Beweidung (Hude) und zur Eichelmast in die Wälder. Am Kahlen Ehberg und rund um die Donoper Teiche lassen sich noch im 19. Jahrhundert Hudeberechtigungen für rund 1.300 Tiere auf einer Fläche von ca. 90 ha dokumentieren (POTT 1982). Für die Winter-Stallzeit mussten laubtragende Zweige in Kopfweidenmanier von Bäumen geschnitten, locker gebündelt und getrocknet werden (Schneitelwirtschaft). Wie TROELS-SMITH berechnete (zitiert nach HÄRDTLE et al. 2004) wurden allein zur Winterfütterung eines einzigen Rindes etwa tausend Bündel „Laubheu“ benötigt.
Übernutzung durch Schneitelwirtschaft und Viehverbiss lichtete die gemeinschaftlich genutzten Wälder (Allmenden/Marken) auf. Forstakten des 17. und 18. Jahrhunderts beklagen eine regelrechte Wald-Verwüstung (Devastierung). Meilenweit war kein Baum mehr zu finden, aus dem sich noch hätte ein Hauspfosten fertigen lassen (POTT & HÜPPE 1991). Nicht Gas, nicht Erdöl war damals der wichtigste Energieträger, sondern Holz. Wie sollte im Winter geheizt werden, wie gekocht, wie Holzkohle gewonnen werden, die für Keramik-, Ziegel-, Kalkbrand sowie für die Glas- und Metallverhüttung notwendig war?
Aktuell machen der Ukraine-Krieg und die begleitenden Wirtschaftssanktionen deutlich, wie existentiell derartige Energiekrisen sind.
Ein immerwährendes Problem stellte die Ernährung der Bevölkerung dar. In Zeiten, als noch kein Kunstdünger die Ernten sicherte, musste man auf den kargen Äckern in anderer Weise für einen auskömmlichen Ertrag sorgen. So wurde zunächst die Laubstreu der Wälder gesammelt, in die Ställe eingebracht, um sie angereichert mit dem Mist der Tiere als Dünger für die Felder zu verwenden. Bald jedoch waren die Böden der umliegenden Landschaft derart ausgehagert, dass sich unter den Pflanzen nur noch „Hungerkünstler“ wie Zwergsträucher halten konnten. Auf den sauren Sandböden der Senne wie auch auf den Sandsteinrücken von Teutoburger Wald und Eggegebirge breiteten sich weite Heideflächen aus, die um der Not willen wiederum als Weidegebiete genutzt wurden. Das mit der Plaggenhacke bis auf den steinigen Untergrund abgezogene Heidekraut musste nun die Laubstreu in den Viehställen ersetzen.
Es gibt wohl kaum eine Landschaft, die so unter der Übernutzung, ja Ausbeutung durch den Menschen gelitten hat! Heute würden wir von einer „Umweltkatastrophe“ sprechen, wenn wir an die Entstehungsgeschichte der Heiden denken.

Bedeutung der Heiden für den Biotop- und Artenschutz
Und doch - wir müssen es zur Kenntnis nehmen - schufen erst diese massiven Eingriffe des Menschen die Existenzgrundlage für die Vielfalt heute äußerst gefährdeter Arten. Dem hohen ökologischen Wert und dem außerordentlichen Gefährdungsgrad der „trockenen Heiden“ als Lebensraum trägt die europaweite Unterschutzstellung durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) Rechnung. Damit sind Fördergelder, aber auch Pflegeverpflichtungen verbunden!
Die Bergheiden des Teutoburger Waldes und Eggegebirges gehören zu den kulturlandschaftlichen Schätzen des Kreises Lippe, die es zu erhalten gilt!

Eine Bestandsaufnahme
Wie sieht es aktuell dort aus?
Das wollten Mitglieder der Fachstelle Umweltschutz und Landespflege des Lippischen Heimatbundes wissen und so traf man sich am Wanderparkplatz nahe dem Waldschlösschen bei Horn, um in einem gemeinsamen Austausch die Bergheide des Knickenhagen und des Bärenstein in Augenschein zu nehmen.
Gefangen genommen wurden die Blicke zunächst von um- und übereinander gestürzten Baumriesen, die am Osthang des Knickenhagen alles unter sich begraben hatten. Tote und teils abgeräumte Fichtenwälder, Ergebnis aufeinanderfolgender Krisenjahre, die von Orkantiefs, Trockensommern und dem Wirken des Borkenkäfers geprägt waren, haben den gewohnten Landschaftseindruck inzwischen gänzlich verändert. Dichte, schattige Nadelwälder der gegenüberliegenden Hänge und Bachtäler sind bloßen, offenen Flächen gewichen.
Aber nun hinauf zu den Heiden des Knickenhagen. Was dürfen wir hier erwarten?
Zum charakteristischen Artenspektrum der Trockenheiden gehören zunächst allbekannte Zwergsträucher wie Besenheide (Calluna vulgaris), Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) und Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea). Sehr selten sind der stark gefährdete Haar-Ginster (Genista pilosa) und der vom Aussterben bedrohte Deutsche Ginster (Genista germanica). Die auffälligsten Gestalten stellen jedoch knorrige, oft bizarr gewachsene, bis zu vier Meter hohe Wacholder-Sträucher (Juniperus communis) dar. Ihre spitzen Nadeln schützen sie vor dem Verbiss der Weidetiere, so dass sie zusammen mit der wintergrünen, stachelblättrigen Stechpalme (Ilex aquifolium) und dem harten Borstgras (Nardus stricta) als typische Hude-Zeiger gelten. In den Lebensraum der Heiden gehören drei weitere Pflanzenarten: das weißblühende Harzer Labkraut (Galium saxatile), die gefährdete Sparrige Binse (Juncus squarrosus) und der kriechende Kolben-Bärlapp (Lycopodium clavatum), dessen Stammbaum bis in die Steinkohlezeit vor 350 Mio. Jahren zurückreicht, der aber inzwischen vom Aussterben bedroht ist.
Natürlicherweise ist das zu beobachtende Artenspektrum in den Wintermonaten eingeschränkt. Das gilt für krautige Pflanzen wie die Blutwurz (Potentilla erecta) und den Wiesen-Wachtelweizen (Melampyrum pratense), die im Sommer gelbe Lichtpunkte setzen, wie auch für die schmarotzend lebende, vom Aussterben bedrohte Quendel-Seide (Cuscuta epithymum), das stark gefährdete Gras Dreizahn (Danthonia decumbens) und selbstverständlich für die sonnen- und wärmeliebende Tierwelt der Heiden. Hier sind die lebendgebärende Wald- oder Berg-Eidechse (Lacerta vivipara), der bunte Heide-Grashüpfer (Stenobothrus lineatus) und die blitzschnellen Feld-Sandlaufkäfer (Cicindela campestris) mit ihren metallisch-grünen Flügeldecken zu nennen. Ihre gefährlich anmutenden Kieferzangen verraten, dass es sich bei ihnen nicht um Vegetarier handelt. Noch gefräßiger sind ihre Larven, die sich auf den Trittpfaden der Wege durch kreisrunde Öffnungen ihrer unterirdischen Wohnröhren verraten. Wildbienen graben Brutröhren in lockere besonnte Wegböschungen, für Honigbienen und zahlreiche Hummelarten sind die Blüten der Besenheide eine reiche Nektarquelle. Eher kühl liebt es die Kurzflügelige Beißschrecke (Metrioptera brachyptera), die gerade auch die raueren montan geprägten Kammlagen besiedelt. Tautropfen eines Nebeltages verraten, wie viele Spinnen auf den Bergheideflächen ihre Netze ausspannen und von dem Insektenreichtum des Lebensraumes profitieren.

Voller Spannung machen wir uns auf den Weg.
Aufwärts geht es entlang eines schmalen Pfades mit sandsteinverwittertem Untergrund. An manchen Stellen ist der Boden auffällig grau gebleicht und verrät dem Bodenkundler, dass es sich hier um Podsolböden (russ.: „Ascheboden“) handelt, die ihre Entstehung zumeist einer Heideüberdeckung verdanken. Hohe Niederschläge, wie sie für den Gebirgskamm typisch sind, führen auf sauren Böden zu einer Auswaschung von Eisen- und Aluminiumverbindungen, die sich mit Sandkörnern zur darunterliegenden schwarzbraunen Ortsteinschicht verbacken. Podsolböden gelten als Zeiger großer Nährstoffarmut und starker Versauerung.
Hangaufwärts dehnen sich jetzt weitflächige Heidelbeerbestände aus, die in Teilen mit Totholz aus dem angrenzenden Waldbestand oder mit liegengelassenem Birken-Schnittholz abgedeckt sind. Ein schlechtes Gewissen hat dabei niemand, denn überall wird für eine Erhöhung des Totholzanteils geworben. Im Lebensraum Heide zeugt ein solches Handeln jedoch von fatalem Fehlverständnis. Man muss wissen, dass die überwiegende Zahl der hier lebenden Pflanzen „Kinder des Lichtes“ sind, die Eines absolut nicht vertragen – und das ist Überdeckung und Beschattung. Besonders empfindlich reagiert dabei die Besenheide, die sich selbst von dichten Heidelbeerbeständen bedrängt fühlt. Es verwundert daher nicht, dass bei unserer Wanderung nur wenige Calluna-Pflanzen zu entdecken waren. Zumeist standen sie an offenen Böschungskanten oder vereinzelt auf kleinen Blößen. Denn nur dort, an diesen gesteinsdurchsetzten Rohbodenstellen können die Samen der Besenheide erfolgreich keimen.
Fast wären wir vorbei gegangen, noch einmal zurück. Eine Böschungskante zieht unsere Aufmerksamkeit auf sich. Hier erodiert der Hang, das Bodenmaterial ist in Bewegung. Durch den Pflanzenbewuchs entstehen an der Oberkante Überhänge – ideale Verstecke für die Berg-Eidechse mit darunter liegenden Sonnenplätzen. Auf den offenen, südexponierten Böden sehen wir zum ersten Mal graugrüne Becherflechten der Gattung „Cladonia“, die auf optimale Habitatbedingungen hinweisen. Allgemeine Freude und Erstaunen ob der Farbenpracht erwecken die tomatenroten Fortpflanzungskörper einer anderen Cladonia-Art auf einem Birkenstamm. Nur wenige wissen, dass es sich bei Flechten um Doppelwesen aus Pilz und Alge handelt, die als Besiedler von Holz, Gestein und kargen Böden zu den wertgebenden Arten der Heiden gerechnet werden. Preiselbeeren suchen wir auf unserer ganzen Wanderung vergeblich, obwohl sie in der „Flora von Lippe“ (1978) noch 1970 für den Knickenhagen angegeben sind („kl. Bestand, Brinkmann“). Die Preiselbeere hat es schwer. Als Erstbesiedler frisch abgezogener Heideböden kommt sie mit einer dichten, höherwüchsigen Vegetation nicht mehr zurecht und muss weichen. Sie gehört laut aktueller Roter Liste (2021) inzwischen zu den stark gefährdeten Arten.
Am Hang und beidseits des Weges nehmen jetzt gelb gebleichte Massenbestände des bis ein Meter hohen Pfeifengrases (Molinea caerulea) überhand und verdrängen die Heidevegetation. Genau wie der mehrfach noch auf unserer Wanderung anzutreffende Adlerfarn (Pteridium aquilinum) greifen diese beiden Störarten über weitläufige unterirdische Ausläufer schnell Raum und scheinen sich quasi in die Heidelbeerbestände hineinzufressen. Die im Sommer schattenwerfenden bis zwei Meter hohen Adlerfarnwedel sterben zum Herbst ab, neigen sich zu Boden, um als braunes Leichentuch alles unter sich zu begraben. Mit ihrer Fähigkeit, die dicken ockerbraunen Rohhumusdecken als Nährstoffquelle zu nutzen und für andere Pflanze aufzuschließen, schaffen Adlerfarn und Pfeifengras die Grundlage, auf der sich Junggehölze ausbreiten können. In vielen Bereichen des nur episodisch mit Schafen der Biologischen Station Lippe beweideten Knickenhagen ist die als „Vergrasung“ bezeichnete erste Verbrachungstufe der Heiden bereits deutlich vorangeschritten. Dass die Beweidung in ihrer Intensität nicht ausreicht, zeigt sich auch an den verdorrten Triebspitzen der vergreisten Heidelbeersträucher. Hier hätte höherer Beweidungsdruck zu mehr Verbiss und damit zu einer Verjüngung der Pflanzen führen müssen. In rasenartig verdichteten Beständen dringt inmitten von Pfeifengras und Adlerfarn bereits übermannshoher Baumjungwuchs in die Heidelbeerflächen ein und leitet zur zweiten Verbrachungsstufe, der „Verbuschung“ über. Es ist neben der Eberesche vor allem die als Pionierbaumart bekannte Birke, die ihre Samen mit dem Wind weiträumig ausstreut.
Auf unserem Weg treffen wir die Mehrzahl der lichthungrigen Wacholder bereits inmitten eng stehender Jungbirken an. Bald schon, zum Laubaustrieb, werden sie im Dickicht des Jungholzes verschwunden sein. Andere Wacholder stehen nahezu ganztägig im Schlagschatten hoher, weit ausladender Nadelbäume. Wacholderheiden gehören nicht nur im Kreis Lippe – aber hier besonders – zu den am stärksten gefährdeten Lebensräumen. Nahezu unbemerkt gehen sie verloren. Nur selten wie im Fall des im FFH/Naturschutzgebiet „Donoper Teiche-Hiddeser Bent“ gelegenen Kahlen Ehberges lassen sich die Verluste konkret nachweisen. Auf einem dort aufgenommenen Foto von 1922 mit freiem Blick zur Grotenburg ist im Vordergrund eine offene wacholderbestandene Heidefläche zu sehen (POTT 1982). Doch wer heute an dieser Stelle steht, ist von hochwüchsigem Wald umgeben, der jeden Blick in die Ferne verwehrt. Nur spitzendürre, vergreiste Heidelbeersträucher inmitten von Pfeifengras und Adlerfarn haben als letzte Zeugen überlebt. Mit einer kurzen Anmerkung in der Flora von Lippe: „1970, kümmernd, Brinkmann“ verliert sich schließlich die letzte Spur der ehemals zahlreichen Wacholder. Befremdlicherweise wird die einst ausgedehnte Wacholderheide des Kahlen Ehberges in der amtlichen Beschreibung des Biotopkatasters nicht einmal mehr erwähnt – und das in einem mit FFH-Schutzgesetzen belegten Gebiet von europaweiter Bedeutung! Eine Nachsuche im Rahmen der Florenkartierung NRW (LANUV/Landesamt f. Natur, Umwelt und Verbraucherschutz) konnte nur noch die Verluste dokumentieren. Wenn schon verschwunden – dann wenigstens nicht vergessen!
Auch auf der Höhe des Bärensteins, den wir westlich der Externsteine erreichten, fällt die dramatische Lage der Wacholder ins Auge. Wir fanden sie mehrheitlich versteckt unter dichtem Baumbewuchs. Vielfach niederliegend, verkrümmt wachsend war zu ermessen, wie sehr die Beschattung durch hohe Nadelbäume und dichtlaubige Buchen an der Substanz der durchaus zähen Wacholder zehrt. Zersplitterte oder unter umgefallenen Bäumen begrabene Wacholder boten Bilder der Zerstörung, die weh tun, gerade wenn man weiß, dass sich die Reliktbestände des Teutoburger Waldes und Eggegebirges derzeit nicht mehr aus Samen verjüngen können.

Ausblick
Was bleibt von diesem Ausflug in die Geschichte und die Gegenwart der Bergheiden?
Der noch immer faszinierende Eindruck, den diese Landschaft auf den Betrachter ausübt, und das Gefühl, dass die Bergheiden des Teutoburger Waldes und Eggegebirges eng mit Lippischer Identität verbunden sind. Unsere Gespräche drehten sich um alte Erinnerungen an Familien- und Schulausflüge auf die Lippische Velmerstot, die uns allen ein Heimatgefühl vermittelt hatten.
Doch stimmte der sonnige Vorfrühlingstag auch nachdenklich, weil genaues Beobachten und Wahrnehmen allen verdeutlicht hatte, wie sehr diese wertvollen Lebensräume aktuell gefährdet sind und wie schnell der Zerstörungsprozess voranschreitet. Wir müssen lernen genau hinzusehen und wir müssen die Entstehungsgeschichte der Heiden verstehen, um schnell und konsequent geeignete Maßnahmen zur Rettung in Gang zu setzen. „Natur Natur sein lassen“ ist definitiv der falsche Weg!
Nötig sind gezielte, teils auch gravierende Eingriffe seitens des Menschen, um diese ursprüngliche Kulturlandschaft mit ihrem Artenreichtum wiederherzustellen. Im Boden ruht noch das langlebige Samenreservoir der Bergheide-Lebensgemeinschaft, das es zu aktivieren und zu fördern gilt, begleitet von einem konsequenten, wohldurchdachten Beweidungsmanagement. Den gleichen Weg geht die Biologische Station Paderborn mit der Wiederherstellung und Ausweitung ihrer Heideflächen. Von den Erfahrungen der Biologischen Station Hochsauerlandkreis können wir ebenfalls profitieren. Hier ist es gelungen, Bergheideflächen zu verjüngen und zu einem Biotop-Verbundnetz zu erweitern.
Der Zusammenbruch der Fichtenwälder könnte durchaus als Chance für die Wiederbelebung unserer Bergheiden verstanden werden. Warum soll nicht auch auf den Kammlagen von Teutoburger Wald und Eggegebirge wieder das Lila der Heidesträucher leuchten?
Wörter 2.195

Literatur

HAERTLE, W., EWALD, J. & HÖLZEL, N. (2004): Wälder des Tieflandes und der Mittelgebirge. In: POTT (Hrsg.): Ökosysteme Mitteleuropas aus geobotanischer Sicht. Stuttgart.

LANUV: Florenkartierung des Landes NRW, www.florenkartierung-nrw.de (4.4.2022)

LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (Hrsg.) (2021): Rote Liste der Farn- und Blütenpflanzen – Pteridophyta et Spermatophyta – in Nordrhein-Westfalen. 5. Fassung. LANUV Fachbericht 118. Recklinghausen.

MEIER-BÖKE, A. (1978): Flora von Lippe. Sonderveröffentlichung des Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins für das Land Lippe, Band 29. Detmold.

POTT, R. (1982): Das Naturschutzgebiet „Hiddeser Bent – Donoper Teich“ in vegetationsgeschichtlicher und pflanzensoziologischer Sicht. In: Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde, Jahrg. 44, Heft 3. Münster.

POTT, R. & HÜPPE , J.: Die Hudelandschaften Nordwestdeutschlands. Münster.

 

Neubau einer ICE-Strecke von Bielefeld nach Hannover durch Lippe?

Bezirkskonferenz Naturschutz OWL fordert Bahn-Neubaustrecke entlang der vorhandenen Trasse

Seit November 2020 hat die Bundesbahn Netz AG den Auftrag eine ICE Schnellbahntrasse zwischen Bielefeld und Hannover zu planen. Vorausgegangen war eine Machbarkeitsstudie („Schüssler Pläne“), die anhand von 5 Varianten darlegte, inwieweit die vom Bundesverkehrsministerium vorgegebenen Planungsvorgaben eingehalten werden könnten. Als Vorgabe war bestimmt, dass die Strecke innerhalb von 31 Minuten mit Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h  befahrbar ist und dass die Strecke genehmigungsfähig und finanzierbar ist. Ziel ist es den Bahnverkehr in ganz Deutschland mit einem Zeittakt, dem Deutschlandtakt zu verbinden. Das bedeutet z.B., dass der Fahrgast von Düsseldorf bis Berlin in 4 Stunden sein könnte. Angepasst werden müssen deshalb sowohl die Zeittakte aller Zugverbindungen, ab Fern-, Regional- oder Güterverkehr aber insbesondere die technische Ausstattung der Strecken mit den Gleisen, Bahnhöfen, Bahnsteigen, Stellwerken, Leitungssystemen usw.. Eine Variante ist eine völlig neue Bahntrasse von Brake bis Vlotho quer durch den Kreis Lippe.
Die jetztige Strecke von Bielefeld nach Hannover ist grundsätzlich viergleisig ausgebaut. Problem ist ein nur zweigleisiger Teil zwischen Wunstorf und Seelze, der bereits heute zu Verzögerungen und Wartezeiten im Bahnverkehr führt. Will man dieses Nadelöhr abschaffen und die Trasse zu einer Schnellbahntrasse ausbauen, sind technische Vorgaben zu beachten (gerade Strecken, nur langgezogene Kurvenradien, geringe Steigungen, Durchfahrbarkeit der Bahnhöfe, Ausbau der Bahnsteige etc.). Die Investitionskosten für den Ausbau der Strecke sind hoch. Sie beziffern sich laut „Schüsslerplanung“ auf 4 – 5,5 Milliarden Euro. Die Kosten sind abhängig davon, ob Tunnelbauten z.B. durch den Obernberg in Bad Salzuflen oder den Jakobsberg in Porta Westfalica notwendig sind. Ebenso Kostentreiber sind notwendige Brückenbauten, die z.B. Täler oder die Weser überqueren helfen.
Zu diesen Kosten für die Trasse kommen die Kosten für die Anschaffung der Züge, der technischen Herrichtung der Anschlussstrecken sowie der oben bereits angeführten technischen Bauten.
Einzelheiten, wie den Suchraum und die unterschiedlichen Trassenvarianten, dabei betreffen die Varianten 2 und 5 den Kreis Lippe, finden Sie unter:
Bahnprojekt Hannover–Bielefeld | Hannover–Bielefeld (hannover-bielefeld.de)

Dass eine Verkehrswende und der Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel notwendig sind, wird kaum bestritten. Insofern kann ein Ausbau der ICE-Verbindung nach Hannover ein Beitrag sein, den Umstieg vom Auto auf die Bahn zu erleichtern. Ist es dafür aber notwendig und zielführend, eine völlig neue Bahntrasse zu bauen? Ist es vertretbar, dafür Natur und Landschaft zu verbrauchen? Genügt dafür nicht ein Ausbau der vorhandenen Trasse?
Diese Frage haben sich neben den Umweltverbänden auch die am Bahndialog beteiligten Länder, Kreise, Städte und Gemeinden und zahlreiche Verbände und Vereine gestellt. Deshalb wurde in der 1. Plenumssitzung im März 2021 vehement dafür gestritten, dass neben der Suche nach einer neuen Trasse auch der Ausbau der vorhandenen Trasse als Planungsvariante untersucht wird.

Die Fachstelle Umweltschutz und Landschaftspflege des Lippischen Heimatbundes wird sich mit den weiteren beteiligten Umweltverbänden der Kreise Lippe, Herford, der Stadt Bielefeld, und der Region OWL in diesem Sinne an dem Bahn-Dialog beteiligen.

Nachfolgend geben wir die Pressemitteilung der Bezirkskonferenz Naturschutz OWL zu den Bahn-Plänen wieder:
Die Bezirkskonferenz Naturschutz OWL spricht sich vehement gegen eine 100 Kilometer lange ICE-Neubaustrecke zwischen Bielefeld und Hannover aus. Das Bahngroßprojekt mit einem bis zu 60 Meter breiten Baustellenmoloch wird sich durch eine vielgestaltige und besiedelte Landschaft fressen, warnt Karsten Otte, Sprecher der Bezirkskonferenz. Es wird Landschafts- und Naturschutzgebiete in großem Ausmaß zerstören und verinseln, gewachsene räumliche und menschliche Beziehungen kappen, Landschaften und Siedlungen verlärmen, Wasserversorgung gefährden und wertvolle Nutzflächen versiegeln.
Für große Tunnelbauten müssen riesige Gesteinsmengen bewegt werden. „Auch befürchten wir, dass den betroffenen Regionen wenigstens ein Jahrzehnt andauerndes Mammutbauvorhaben blüht, das wie bei Stuttgart 21 finanziell aus dem Ruder läuft“, mahnt Otte. Die Bezirkskonferenz Naturschutz unterstützt den Protest betroffener Kommunen und Bürger*innen, Bundes-, Landes- und Lokalpolitiker*innen sowie Parteien und Naturschutzverbände gegen die absurden Pläne des Bundesverkehrsministeriums.
Vom Auetal in Niedersachsen bis nach Herford wird vielen klar, was auf sie zukommt, nachdem kürzlich fünf Varianten der Neubautrasse öffentlich wurden. Für den Sprecher der Bezirkskonferenz, in der u.a. Naturschutzverbände, Biologische Stationen, Natur- und Umweltschutzstiftungen sowie die Vorsitzenden der Naturschutzbeiräte in OWL vertreten sind, ist das Projekt schon im Ansatz unsinnig. „Wieso sollen fünf Milliarden Euro für eine Fahrzeitverkürzung von wenigen Minuten ausgegeben werden?“ fragt Karsten Otte. „Die heutige Fahrzeit von 78 Minuten zwischen Hamm und Hannover passt hervorragend in das Taktschema eines angestrebten Deutschlandtaktes, wenn die ICE im 30-Minuten-Takt verkehren würden, was einer Verdopplung der jetzigen ICE-Verbindungen entspricht.“ Das wäre mit einem intelligenten Ausbau entlang der Bestandsstrecke auf vier Gleise zwischen Minden und Wunstorf sowie dem zweigleisigen Ausbau und der Elektrifizierung bestehender Strecken besser, landschaftsschonender und am Ende auch deutlich günstiger zu erreichen.
In Sachen Verkehrswende und Klimaschutz sind in den nächsten 10 Jahren entscheidende Schritte notwendig – eine Strecke mit einer Planungs- und Bauzeit von mindestens 20 Jahren kann dazu nichts beitragen. Die Menschen wollen nicht vorrangig mit 300 km/h von einer Metropole zur nächsten rasen, sondern pünktlich ankommen. Dazu bedarf es verlässlicher Anschlüsse und einer flächigen Anbindung ländlicher Regionen mit vernünftigen Takt- und ohne lange Umsteigezeiten. „Von all dem sind wir meilenweit entfernt“, so Otte. Um das zu erreichen und mehr Menschen vom Auto auf die Bahn zu bringen, brauchen wir keine Milliardengräber an Prestigeobjekten. Auch ist die Schnellbahntrasse eben für Schnellzüge, Güterzüge fallen als Nutzer weitgehend aus, da sie die ICE‘s behindern würden. Nicht einmal Intercitys könnten die Strecke nutzen, da sie am IC-Halt Minden vorbeiführt.

Am 14. Januar will die Bahn den Bürgerdialog starten. Die Bezirkskonferenz Naturschutz OWL vermisst darin die Variante des Ausbaus der Bestandsstrecke: „Die alleinige Ausrichtung auf die Prüfung von Neubautrassen ist unakzeptabel. Wir benötigten vielmehr die Prüfung eines trassennahen Ausbaus mit vielen kleinen und mittleren Verbesserungen, die in überschaubarer Zeit machbar sind.“ Es wird bei dem Dialog daher sehr darauf ankommen, welche Verbindlichkeit die diskutierten und vereinbarten Leitlinien und Absprachen im folgenden Planungsprozess tatsächlich haben. Es darf auch keine Fahrzeitvorgaben geben, der diese Variante ausschließt. Zu einem ergebnisoffenen Bürgerdialog passt auch nicht, dass das Vorhaben auf Basis eines Maßnahmengesetzvorbereitungsgesetzes Bürger- und Verbandsbeteiligungen reduziert und die Möglichkeiten einer Enteignung von Anliegern enorm erleichtere. Die Bezirkskonferenz Naturschutz appelliert an die Politiker*innen aller Ebenen, sich den Plänen des Bundesverkehrsministers entgegenzustellen und sich konsequent für einen naturverträglichen, bürgerfreundlichen und zukunftsfähigen Ausbau der Bestandsstrecke einzusetzen.

Weitere Infos:


Aufgrund dieser massiven Intervention der Mehrheit der im Bahndialog Beteiligten hat die Bundes Netz AG nach Rücksprache mit dem Bundesverkehrsministerium in einem Workshop im April, an dem ca. 150 Personen teilnahmen, zugesagt, auch den Ausbau der Bestandsstrecke zu prüfen.
In dieser Sitzung wurden die Vorgaben des Deutschlandtaktes und die Planungsvorgaben von Vertretern der Deutschen Bahn sowie weiteren Bahnexperten vorgestellt.
Nach intensiver Diskussion zeigten 2 Bahnexperten (Prof. Dr.Wolfgang Hesse von der LMU München (Mitglied u.a. im Initiativkreis „Deutschlandtakt“, beim Bündnis „Bahn für Alle“, „Pro Bahn“  und Herr Rainer Engel (Pro Bahn) Alternativen zu den Vorgaben des 31 Minuten Taktes der Bundesbahn auf.
Nachfolgend können Sie aus der Pressemitteilung der Naturschutzverbände vom 22. April hierzu weitere Einzelheiten erfahren:

Pressemitteilung der Naturschutzverbände zur DB ICE Trassenplanung Hannover-Bielefeld (22.04.2021):

Unabhängige Experten zeigen Alternativen zum Trassenneubau auf.
Naturschutzverbände unterstützen Alternativen

In einem workshop der Deutschen Bahn (DB) zum Deutschlandtakt erläuterte der Mitarbeiter des Bundesverkehrsministeriums Florian Böhm vor bis zu 150 Teilnehmern einer Videokonferenz die Hintergründe und Notwendigkeiten des Deutschlandtaktes. Das Bahnnetz soll bessere Verbindungen ermöglichen und schneller werden. Hieraus resultiert der Gedanke zum Bau einer ICE Neubautrasse von Bielefeld quer durch Ostwestfalen bis nach Hannover.
Die bisherigen Planungsvorgaben führen zu Trassenvarianten, die einen enormen Landschaftsverbrauch und immense Kosten verursachen würden. Entgegen der Planungsvorgabe des Bundesverkehrsministeriums gibt es jedoch Varianten, die deutlich landschaftsschonender und kostengünstiger sind. Mit Professor Wolfgang Hesse und Rainer Engel referierten auch zwei anerkannte Bahnexperten über alternative Modelle, die eine Mehrheit des Plenums überzeugte. Diese Alternativen verlaufen überwiegend entlang der Bestandstrasse und ermöglichen trotzdem den erforderlichen Deutschlandtakt. Im Moment weigert sich allerdings die Deutsche Bahn sowie das Bundesverkehrsministerium, die eigenen Planungen erneut zu öffnen und diese Modelle ernsthaft zu prüfen.
Die Gemeinschaft der Naturschutzverbände OWL/Niedersachsen fordert die Deutsche Bahn und das Bundesverkehrsministerium auf, mit einem veränderten Planungsauftrag vorliegende Alternativen zu prüfen, um einen Trassenausbau zu erarbeiten, der Mensch und Natur in den Vordergrund stellt und die volkswirtschaftlichen Kosten im Rahmen hält.
Die Naturschutzverbände fordern einen Paradigmenwechsel – weg von der Planung einer Superhochgeschwindigkeitsstrecke - hin zu einer energieeffizient schnellen und zuverlässigen Bahn, die flächendeckend gut angebunden ist.

Ansprechpartner*innen

Niedersachsen
Eva von Löbbecke Tel. 0172-5155198
Nachfragen bitte zwischen 16 und 19 Uhr

Ostwestfalen-Lippe
Jürgen Birtsch Tel. 0157-70597640
Nachfragen bitte zwischen 16 und 19 Uhr

Gemeinschaft der Naturschutzverbände OWL/ Niedersachsen
Es zeichnen:
BUND Kreis Lippe
Lippischer Heimatbund Detmold (Fachstelle Umweltschutz und Landschaftspflege)
Naturschutzverband Niedersachsen Förderverein Bückeburger Niederung
BUND Ortsgruppe Wunstorf
BUND Region Hannover
BUND Kreisgruppe Bielefeld
BUND NRW
BUND Kreis Minden-Lübbecke
NABU Kreis Minden-Lübbecke
Naturwissenschaftlicher Verein Bielefeld und Umgegend
BUND Regionalgruppe OWL
BUND Kreis Herford
Naturschutzbeiratsvorsitzender Kreis Herford
Bezirkskonferenz Naturschutz OWL
NABU Kreisverband Lippe
BUND Hameln Pyrmont
NABU Landesverband Niedersachsen
NABU-Gruppe Rinteln
BUND Landesverband Niedersachsen

Das Beteiligungsverfahren geht weiter. Die Fachstelle Umweltschutz und Landschaftspflege ist durch seine Vorsitzende, Brigitte Scheuer im Dialogverfahren der Bahn beteiligt und wird auf dieser Seite über das weitere Verfahren berichten.

 

 

Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft der Naturschutzverbände Niedersachsen/Ostwestfalen vom 22.05.2021

DB ICE Trassenplanung Hannover-Bielefeld -  Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft der Naturschutzverbände Niedersachsen/Ostwestfalen zu den Ergebnissen des Plenums vom 19. Mai

„Raumwiderstände“ ohne Offenheit des Verfahrens nicht lösbar

Beim zweiten Plenum der Deutschen Bahn (DB) zur ICE-Trassenplanung Bielefeld-Hannover, an dem über 100 Akteure teilgenommen haben, standen sogenannte „Raumwiderstände“ im Mittelpunkt. Dabei werden im Zuge des Planungsprozesses Bereiche identifiziert, die aufgrund einer hoher „Raumwiderstandsklasse“ bei der Trassenplanung „grundsätzlich“ umgangen werden sollen. Dazu zählen beispielweise alle Natur- und Trinkwasserschutzgebiete sowie Biotopverbundflächen und schutzwürdige Böden. „Möglichst“ umgangen werden sollen zudem geschützte oder schutzwürdige Biotope. Auch geschlossene Siedlungsgebiete sollen grundsätzlich von einer Neubautrasse nicht berührt werden. Eine Karte des Suchraums zeigte dann eindrucksvoll, dass alle bisher bekannten Neubautrassen auf massive „Raumwiderstände“ stoßen werden. Denn der Suchraum zwischen Bielefeld und Hannover ist mit einem dichten Netz von schützenswerten Bereichen überzogen.
Die Diskussion entzündete sich dabei an der Frage, wie die „Raumwiderstände“ fachgerecht an der Bestandsstrecke gemessen und mit jenen einer Neubaustrecke verglichen werden können. „Immissionsschutz für Bürger*innen gegen Vernichtung von wertvollen Biotopen abzuwägen hieße Äpfel mit Birnen zu vergleichen und die Interessen der Einen gegen die Interessen der anderen auszuspielen“, so Sprecherin Eva von Löbbecke.
Eine Planung im Konsens aller Beteiligten steht und fällt mit der Planungsvorgabe „Fahrtzeit 31 Minuten“, heißt es bisher. Wie Carsten Müller von der DB-Netz einräumen musste sei diese gar nicht Bestandteil seines Auftrages, sondern nur eine von der Bahn gezogene Schlussfolgerung aus den Planungsvorgaben. Es beständen dabei so die Naturschutzverbände große Zweifel, dass die Vorgaben des Deutschlandtaktes und der Trassenführung gesetzeskonform sind. Denn nur wenn die Streckenführung im Bundesverkehrswegeplan enthalten und damit vom Parlament verabschiedet wurde, sei dies der Fall. Dort ist aber nur die Strecke von Löhne nach Hannover beschlossen. Bundestagsmitgliedern würden dieses Frage aktuell gerade prüfen.
Die Arbeitsgemeinschaft der Naturschutzverbände erneuert deshalb ihre Forderung, eine Prüfung des Ausbaus der Bestandsstrecke ohne Vorfestlegungen zuzulassen. „Mit dem erneut im Plenum vorgetragenen Projektziel einer Fahrzeit von 31 Minuten von Bielefeld nach Hannover wird alles auf eine völlig neue Schnellbahntrasse durch freie Landschaft – mit einem enormen Landschaftsverbrauch und immensen Kosten – hinauslaufen“, so Sprecher Jürgen Birtsch. Besonders die Belange der betroffenen Menschen entlang der Trasse blieben dabei auf der Strecke.
Offen bleibt nach dieser Veranstaltung weiterhin, auf welcher Grundlage das Dialog-Plenum arbeiten und den Prozess begleiten soll. Die Naturschutzverbände konnten sich im Plenum mit ihrer Forderung durchsetzen, dass zur Rolle des Plenums und der Stellung und Rechte der Mitglieder im Planungsprozess eine gemeinsame Arbeitsgrundlage aller Akteure partizipativ erarbeitet werden muss. Das soll jetzt in den nächsten sechs Wochen abgestimmt werden. „Nur auf einer solchen gemeinsamen Grundlage kann es dann zu einer Zusammenarbeit zwischen der planenden Bahn und der Öffentlichkeit kommen“, so Eva von Löbbeke. „Wir freuen uns auch darüber, dass die Forderung der Bürgerinitiative Widuland und unserer Arbeitsgemeinschaft nach mehr Transparenz des Verfahrens von anderen Mitgliedern des Plenums unterstützt wurde“, ergänzt Jürgen Birtsch. So konnte erreicht werden, dass die Plenumssitzungen ab jetzt grundsätzlich öffentlich sein werden und damit eine Vielzahl von Interessierten an dem Beteiligungsverfahren teilnehmen können.

Ansprechpartner*innen für Rückfragen
Niedersachsen:
Eva von Löbbecke, Tel. 0172-5155198
Nachfragen bitte zwischen 16 und 19 Uhr

Ostwestfalen -Lippe
Jürgen Birtsch, Tel. 0157-70597640
Nachfragen bitte zwischen 16 und 19 Uhr

Arbeitsgemeinschaft der Naturschutzverbände Niedersachsen / Ostwestfalen:
Bezirkskonferenz Naturschutz OWL
Lippischer Heimatbund Detmold (Fachstelle Umweltschutz und Landschaftspflege)
Naturschutzverband Niedersachsen, Förderverein Bückeburger Niederung
Naturwissenschaftlicher Verein Bielefeld und Umgegend
Naturschutzbeiratsvorsitzender Kreis Herford
NABU Kreis Minden-Lübbecke
NABU Kreisverband Lippe
NABU Landesverband Niedersachsen
NABU-Gruppe Rinteln
BUND Landesverband Niedersachsen
BUND NRW
BUND Region Hannover
BUND Hameln Pyrmont
BUND Ortsgruppe Wunstorf
BUND Regionalgruppe OWL
BUND Kreisgruppe Lippe
BUND Kreisgruppe Minden-Lübbecke
BUND Kreisgruppe Bielefeld
BUND Kreisgruppe Herford
fridays für future Bielefeld

 

 

Windpark Gauseköte

Windpark Gauseköte

Einführung zum Thema Windpark Gauseköte
Die Planung der Fa. WestfalenWind mit Sitz in Paderborn sieht die Errichtung von 13 Windenergieanlagen im Bereich der Gauseköte vor. 6 Anlagen liegen im Bereich des Ortsteils Oesterholz der Gemeinde Schlangen, 4 Anlagen im Bereich Berlebeck der Stadt Detmold und die restlichen 3 Anlagen im Bereich Holzhausen-Externsteine der Gemeinde Horn-Bad-Meinberg.
 Die Anlagen liegen sämtlich im Waldgebiet des Teutoburger Waldes. Dabei ist eine Waldfläche von ca. 400 ha betroffen. Die Anlagen haben jeweils eine Nennleistung von 5,5 MW, eine Nabenhöhe von 166,6 m und mit Rotoren erreichen diese eine Höhe von ca. 244 m. Die Erschließung der 13 Anlagen soll jeweils über die Straße Gauseköte erfolgen.
Mit diesen Anlagen sollen jährlich ca. 250 Mio kW Stunden Strom produziert werden, womit ca.  55.000 Durchschnittshaushalte versorgt werden könnten.
Die Naturschutzverbände im Kreis Lippe, dazu gehört auch der LHB, wurden zu einem dem Antragsverfahren vorgeschalteten „Scopingtermin“ eingeladen. Dabei werden die Beteiligten aufgefordert, vorzeitig ihre Anregungen, Anforderungen an die Unterlagen und ihre Kenntnisse zu der Planung, jeweils aus ihrer fachlichen Sicht in diesem Termin vorzutragen. Damit erfährt der Antragsteller bereits rechtzeitig vor Antragstellung, welche Unterlagen und Gutachten er vorzulegen bzw. welche Besonderheiten zu beachten hat.  
Die gemeinsame Stellungnahme der Naturschutzverbände, die für den LHB durch dessen Fachstelle Umweltschutz und Landschaftspflege abgegeben wird, steht Ihnen nachfolgend auf der Homepage des LHB zur Verfügung. Hierbei handelt es sich um Fragen und Hinweise, die mit der Antragstellung beantwortet werden müssen.
Eine abschließende Stellungnahme zur Planung des Windparks ist dieses Fragenpapier aber nicht. Denn das Verfahren ist zwar vom Antragsteller zwischenzeitlich formell beim Kreis Lippe als Genehmigungsbehörde eingeleitet worden, das offizielle Beteiligungsverfahren wird jedoch erst dann starten, wenn sämtliche Antragsunterlagen mit den notwendigen Gutachten vorliegen.
Dem LHB und den anderen Verbänden ist eine sachlich, fachlich begründete und jeden einzelnen Standort betreffende Auseinandersetzung zu dieser Planung wichtig.  Zahlreiche und vielfältige Untersuchungen, Gutachten und Konzepte sind erforderlich, um die Planung des Windparks in dieser so bedeutsamen Lage im Teutoburger Wald substantiiert zu begründen.  
Die Fachstelle Umweltschutz und die anderen Naturschutzverbände möchten im Sinne einer naturverträglichen Planung die Belange des Natur- und Umweltschutzes hochhalten und sich für die Belange der lippischen Kulturlandschaft und Heimat einsetzen.
Bitte machen Sie sich selbst ein Bild.
 
Brigitte Scheuer
Vorsitzende FUL
27. Januar 2021

Download Stellungnahme der Naturschutzverbände

 

 

Ausbau der B 239 von Herford über Bad Salzuflen nach Lage

Die Stellungnahme der Fachstelle zur Ausbauplanung der Bundesstraße wurde dem Kreistag als Antrag gereicht und in der Presse veröffentlicht.

Die Stellungnahme können Sie hier herunterladen.

 

 

Industriepark Lippe

Anfang der 2000er Jahre beschlossen die Städte Blomberg, Horn-Bad Meinberg und Schieder-Schwalenberg, auf einem Areal zwischen den Ortschaften Wöbbel und Belle südlich der B 239 ein interkommunales Gewerbe- und Industriegebiet einzurichten. Durch Aufnahme in den Gebietsentwicklungsplan, Oberbereich Bielefeld/Regionalplan und den Flächennutzungsplan der Stadt Horn-Bad Meinberg wurden die planerischen Grundlagen geschaffen. Für eine Teilfläche im westlichen Bereich wurde ein Bebauungsplan aufgestellt und 2012 geändert. Eine ampelgeregelte Zufahrt von der B 239 wurde angelegt und mit der inneren Erschließung begonnen. Erste Betriebe siedelten sich an; die Entwicklung verlief zunächst aber eher schleppend. Das Ganze nahm Fahrt auf, als das Unternehmen Amazon Interesse an der Einrichtung eines Logistikzentrums bekundete. Eine intensive Diskussion in den beteiligten Kommunen begann, begleitet von lebhaftem Medienecho. In den Gremien der Stadt Horn-Bad Meinberg wurden die bauleitplanerischen Weichen für eine Osterweiterung des Industriegebietes bis hin zur B 252 (Ostwestfalenstraße) gestellt. Zusammen mit dem bestehenden Bebauungsplan wurde 2020 die Gesamtplanung unter der Bezeichnung „Der Industriepark Lippe“ auf den Weg gebracht. Die Fachstelle nahm hierzu unter dem 15. Februar 2021 Stellung. Bedenken wurden vor allem im Hinblick auf die zu erwartende Beeinträchtigung des Landschaftsbildes durch bis zu 30 Meter hohe Gebäudekomplexe sowie die Auswirkungen der am Südrand des Gebietes entstehenden steilen Böschung auf das angrenzende Niederbeller Bachtal erhoben. Darüber hinaus stießen auch die beabsichtigten Artenschutz- und Kompensationsmaßnahmen außerhalb des Gebietes in Form von teils rotierender Extensivierung landwirtschaftlich genutzter Flächen auf Vorbehalte. Nachdem die Stadt im Rahmen eines neu aufgelegten Konzepts hierzu mit den jeweiligen Eigentümern und Bewirtschaftern Einigung über die dingliche Sicherung der betreffenden Flächen für derartige Maßnahmen erzielt hatte und u.a. in diesem Zusammenhang die Planunterlagen erneut zur Auslegung brachte, wurden diese Vorbehalte in einer Stellungnahme vom 10. Januar 2022 zurückgestellt; die übrigen Bedenken lt. Stellungnahme vom 15. Februar 2021 blieben aufrechterhalten.

 

Stellungnahmen zu Großprojekten in Lippe

Im Augenblick sind zu drei Planungen "Gesamtstellungnahmen" durch den Verband abgegeben worden. Bei den raumbedeutsamen Großprojekten im Bereich des Kreises Lippe bzw. Planungen die das Kreisgebiet tangieren, fordern sie im besonderen Maße die Arbeit in der FUL. Sie sind hochpolitisch, von besonderer Bedeutung für die betroffenen Bürger aber auch für die Belange des Natur- und Umweltschutzes. Dies sind:

  • das Pumpspeicherwerk Lippe der Fa. Hochtief Solutions AG auf dem Gebiet der Stadt Lügde
  • die Rohrfernleitungsanlage der Fa. K+S Kali GmbH zur überregionalen Entsorgung von Salzabwässern aus dem hessisch-thüringischen Revier in die Nordsee (Nordseepipeline)
  • die geplante Stromtrasse Suedlink der Fa. Tennet TSO GmbH die im Bereich der Stadt Lügde das Kreisgebiet betrifft.


In allen Fällen gibt die FUL keine eigenständigen Stellungnahmen gegenüber den Planungs- und Bauvorhabenträgern ab, sondern die Bedenken und Anregungen sind Teil der Stellungnahme der LNU.
Allen Stellungnahmen ist gemeinsam, dass der LHB, vertreten durch die FUL an der Meinungsbildung beteiligt wird. Diese Beteiligung ist zwingend im Rahmen der jeweiligen Beteiligungen der Träger öffentlicher Belange. Tatsächlich haben die Planer und deren Auftraggeber erkannt, wie wichtig eine bereits vor dem offiziellen Genehmigungs- / Planverfahren vorgeschaltete Beteiligung der Betroffenen ist.

Die detaillierten Stellungnahmen stehen unter der Rubrik "Stellungnahmen" zum Lesen bereit.

Termine des LHB

Zur Zeit nichts vorhanden

Weitere Termine

03.12.2022, 14:02 Uhr - 04.12.2022, 20:00 Uhr

Heimatverein Augustdorf e.V.
Weihnachtsmarkt Augustdorf

04.12.2022, 13:00 Uhr - 18:00 Uhr

Heimatverein Leopoldshöhe e.V.
Halbtagswanderung mit Weihnachtsfeier (Anmeldung erforderlich)

04.12.2022, 13:00 Uhr - 18:00 Uhr

Heimatverein Leopoldshöhe e.V.
Halbtagswanderung mit Weihnachtsfeier (Anmeldung erforderlich)

08.12.2022, 11:30 Uhr - 20:00 Uhr

LHB-Ortsverein Lage e.V.
Fahrt nach Telgte und Rheda-Wiedenbrück

09.12.2022, 18:00 Uhr - 21:30 Uhr

Heimatverein Nachbarschaft Hillentrup e.V.
Fackelwanderung

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